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Emden, den 11.10.07
Der Sturm im Wasserglas Am 16.07.07 wurde im letzten Newsletter vor dem Platzen der ersten globalen Spekulationsblase gewarnt. Sie war bereits geplatzt. Hier ein kleiner Ausschnitt von Rainer Sommer am 01.07.2007, der schon am 03.01.07 ein Desaster am amerikanischen Subprime – Hypothekenmarkt voraussagte: (Auszug Telepolis vom 01.07.07 u. 03.01.07) Suprime-Brutalität
An den Finanzmärkten tobt eine heiße Schlacht um die Verteilung der Subprime-Verluste: Während die Wall Street-Bank Merrill Lynch ihre Konkurrentin Bear Sterns massiv bluten lässt, werfen große Hedge Fonds den Investmentbanken vor, die Kurse an den Derivativ-Märkte zu manipulieren. Notenbanker und internationale Finanzinstitutionen, die gewohnt waren, Kreditrisiken in den Büchern der von ihnen überwachten Banken zu finden, lamentieren seit einiger Zeit, nicht mehr zu wissen, wo die Kreditrisiken heute letztlich gelandet sind. Denn insbesondere die so genannten Subprime-Hypotheken, besonders riskante Immobilienkredite an Kreditnehmer mit schlechter Bonität, wurden zuletzt überwiegend in Anleihen verpackt und an alle möglichen Investoren verkauft. Dadurch verschwanden sie aus den Bilanzen der Banken. Da die Makler und Hypothekenbanken, die diese Kredite generierten, für Hypotheken mit anscheinend guter Qualität die besten Preise erzielen, wurde (häufig auch ohne Wissen der Kreditnehmer) gelogen, dass sich die Balken biegen; so dass in 60 Prozent der Kreditanträge das Einkommen um mindestens 50 Prozent übertrieben wurde. Dementsprechend hoch sind nun die Ausfälle, die bei einzelnen Jahrgängen bereits bei mehr als 20 Prozent liegen. Allgemein herrschte zwar die These vor, das Finanzsystem sei dadurch stabiler geworden, weil sich diese Risiken nun nicht mehr bei den Banken konzentrierten sondern direkt von Investoren getragen würde. Mit dem Zusammenbruch des Subprime-Marktes kommt nun aber langsam zu Tage, dass über die Kreditvergabe an Hedge Fonds und eigene Engagements offenbar große Teile dieser Risiken ihren Weg zurück zu den großen Investmentbanken gefunden haben. Ans Licht kam das jüngste Wall Street-Drama vor zwei Wochen: am 18. Juni meldete die Informationsagentur Bloomberg, dass Bear Sterns, ihre Wall Street-Konkurrenz "um Hilfe angefleht" habe, um zwei von ihr aufgelegte Hedge Fonds zu retten….
Für mich stellt sich hier wieder die Frage nach Tugend und Moral der Banker und Banken. Dazu ein Artikel von Frank Wiebe vom 10.10.07 aus dem Handelsblatt:
Welche Tugenden sollte ein guter Banker besitzen? Er sollte vorsichtig, seriös, verschwiegen, kultiviert, zurückhaltend und er sollte sehr gute Nerven haben. Alle diese Tugenden haben nur wenig mit Moral zu tun. Gehört Gier zur Tugend des Bankers? Tugend – das klingt altmodisch und zudem moralisch. Das berühmte Wörterbuch der Gebrüder Grimm leitet es von „taugen“ und „tüchtig sein“ ab. Und zieht eine Parallele zum antiken Begriff der Tugend, der aber wenig mit brav und tugendhaft sein zu tun hatte. „Tugendhaft“ waren in alter Zeit die Helden, die Starken, nicht die Moralapostel. Und noch Macchiavelli preist die „Virtù“, die Tugend Cesare Borgias, der ein blutrünstiger Tyrann war – aber auch clever und durchsetzungsstark, wie es sich für einen Renaissance-Fürsten gehörte. Fragen wir also – gar nicht moralisch, aber sehr altmodisch: Welche Tugenden sollte ein guter Banker besitzen? Er sollte vorsichtig sein, schließlich verwaltet er das Geld anderer Leute. Er sollte seriös und Vertrauen erweckend sein. Er sollte verschwiegen sein – jedenfalls nicht über seine Kunden reden. Er sollte kultiviert sein, auch das schafft Vertrauen. Er sollte im besten Sinne konservativ sein – also Wert erhaltend. Er sollte zurückhaltend sein, um nicht den Neid oder die Kritik seiner eigenen Kunden auf sich zu ziehen. Und er sollte sehr gute Nerven haben und niemals die Haltung verlieren, wenn es zu einer Krise kommt. Alle diese Tugenden haben, wie das antike Vorbild, nur wenig mit Moral zu tun. Vielmehr damit, welche Eigenschaft eine Person haben muss, um erfolgreich zu sein. Denn auch darauf weist das Grimm’sche Wörterbuch hin: Tugenden sind eine Eigenschaft der Person, man kann sie sich nicht nach Belieben aneignen. Gehört Gier zur Tugend des Bankers? Sicher nicht. Eher die Fähigkeit, sie unter einem Schleier von Kultur so zu verbergen, dass sie erträglich wird. Oder die Vorsicht, im Zweifel nein zu sagen und damit die Bank zu retten. Gehört zur Tugend des Bankers, eine Spielernatur zu sein? Auch hier gilt: nur so weit, dass es nicht unangenehm auffällt. Wir leben heute nicht mehr in der Welt der alten Bankiers, die einen großbürgerlichen Stil gepflegt und ihr Leben damit verbracht haben, Fürsten und oder reichen Kaufleuten hinterherzulaufen, um mit ihnen Geschäfte zu machen. Aber ein bisschen Tugend können auch heutige Banker gebrauchen. Ganz altmodisch, gar nicht moralisch gemeint, eher als Voraussetzung für einen langfristigen Erfolg. Nachweislich hat die Subprime Krise die internationalen Finanzmärkte erschüttert. Aber um welche Summen geht es? In welchem Verhältnis stehen die geschätzten Ausfälle zu den sonstigen Forderungen im gewerblichen Hypothekenbereich? Sind es noch 10 %? Wie viel Angst und die dadurch verursachte psychologische Reaktionen hat eine Meldung im Zeitalter der elektronischen Medien auslöst! Der Sturm im Wasserglas hat sich inzwischen gelegt.
Konkret möchte ich Ihnen heute fünf Anlagevorschläge unterbreiten:
Mit freundlichen Grüßen aus Norddeutschland Ihr Eckhard Lüling Vermögensverwalter SFM Private Finance Schmackweg 16 26723 Emden Tel.: 04921 / 9506-50 Fax 04921 / 9506-51 info@sfm-pf.de www.sfm-pf.de |
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